Allergie und Homöopathie

Hund Samson (c) Dr. Ada von Kriegsheim

Im Frühling beginnt nicht nur bei uns Menschen sondern auch bei einigen Tieren die Allergiezeit. Kann eine homöopathische Behandlung hilfreich sein?

Allergien

Eine Allergie ist eine komplexe Erkrankung. Oft gibt es verschiedene allergieauslösende Komponenten, die eine Zeitlang unerkannt bleiben, bis ein Schwellenwert erreicht wird. Ist dieser überschritten kommt es zu klassischen Symptomen wie Juckreiz, Augentränen und Durchfall, die je nach Individuum und Auslöser variieren können.

Um den Ausbruch der akuten Symptome zu vermeiden, sollten im Idealfall die allergenen Komponenten gemieden werden. Das ist einfacher gesagt als getan.

Bei Futtermittelallergien wird, wenn bekannt, das entsprechende Futter gemieden. Pollenallergiker sollten, wenn ihr Tier z.B. gegen Gräser allergisch ist, zur Blütezeit der Gräser besser im Wald spazieren gehen als auf den blühenden Wiesen. Bei Allergien auf Hausstaubmilben ist die Pflege der Liegestätten wichtig; bei Reaktionen auf Futtermilben die richtige Lagerung des Futters und das regelmäßige Säubern der Aufbewahrungsbehältnisse. Da Flohspeichel hochgradig allergen ist, werden Allergiker auf Antiflohmittel gesetzt. So wird ausgeschlossen, dass schon ein kurzer Flohbesuch dazu führt, dass der Schwellenwert überschritten wird. Die zusätzliche Gabe von essentiellen Fettsäuren stellt ein weiteren positiven Beitrag zur Allergievermeidung. So wird die Hautbarriere gestärkt.

Die genannten Maßnahmen dienen dazu, das Tier möglichst spät den Schwellenwert überschreiten zu lassen. Zeigt das Tier akut klinische Symptome, ist eine schnelle Milderung derer das erste Behandlungsziel. Bei vielen Tieren ist die Allergiebehandlung eine lebenslange Aufgabe.

Homöopathie

Die homöopathische Behandlung ist zum Einen ein vorbeugender Baustein, um den Schwellenwert möglichst spät zu erreichen. In einer Anamnese wird ein passendes Arzneimittel gefunden, mit dem das Tier eine geeignete Unterstützung erfährt.

Zum Anderen kann bei akuten allergischen Symptomen (Überschreitung des Schwellenwerts) die Homöopathie eingesetzt werden. Es gibt unterschiedliche homöopathische Arzneimittel, die gegen die jeweiligen Allergiesymptome helfen. Sollten diese homöopathischen Maßnahmen nicht ausreichen, können zusätzlich schulmedizinische Arzneien gegeben werden.

Fallbericht

Samson aus Darmstadt ist ein sieben Jahre alter männlich kastrierter Jack Russel Terrier. Mit zwei Jahren entwickelte er Hautprobleme. Der Sarkoptestiter  (ein Test auf eine Milbenart) fiel negativ aus und das genommene Hautbioptat sprach für eine Atopie (CAD= Canine atopische Dermatitis: genetisch prädisponierte, entzündlich und juckende allergische Hauterkrankung). Es wurde ein Allergietest und eine Desensibilisierung durchgeführt. Samson ging es zunächst besser. Er wird regelmäßig mit Antiflohmitteln behandelt. Fünf Jahre später ist der Juckreiz wieder stärker und die Besitzer kommen zur homöopathischen Behandlung.

Samson juckt sich an den Pfoten, an den Ellbogen und unter dem Bauch. Als erstes werden die Stellen rot, dann fängt er an zu lecken. Er ist gegen Grasmilben allergisch und die Besitzer meiden in der Hauptzeit der Grasmilben die Wiesen. Der Juckreiz wird durch Kälte gemindert. Samson juckt sich, wenn er liegt und wenn andere  Personen anwesend sind. Er lässt sich nicht gerne Streicheln und geht abends auch alleine nach oben in sein Körbchen. Er folgt seinen Besitzern nicht, wenn diese das Zimmer wechseln. Vor Geräuschen und Gewitter hat er keine Angst. Wasser und Wärme mag er nicht so gerne. Samson leidet zusätzlich unter Magenproblemen.

Samson bekommt ein geeignetes homöopathisches Mittel in einer Hochpotenz und zwei Wochen später hat er keine Magenprobleme mehr, der Juckreiz ist deutlich besser geworden. Insgesamt fällt den Besitzern auf, dass er ausgeglichener sei. Eine weitere Woche später bekommt er eine Ohrentzündung, die lokal behandelt wird. Acht Wochen nach der ersten Gabe beginnen die Magenprobleme erneut. Das Allgemeinverhalten verschlechtert sich. Er bekommt erneut das gleiche homöopathisches Mittel. Vier Wochen später geht es ihm rundum gut. In den nächsten zwei Jahren bekommt Samson nach Bedarf sein homöopathisches Mittel. Ihm geht es insgesamt gut. In der „Herbstgrasmilbenzeit“ werden seine Beine nach dem Spaziergang mit Wasser abgespült, weil er sonst wieder anfängt zu lecken. Die Antiflohbehandlung erfolgt ganzjährig. Die Besitzer sind zufrieden, denn Samson ist deutlich stabiler als vor der Behandlung.

Fazit

Die Behandlung der meisten Allergiker ist eine lebenslange Therapie, die immer wieder angepasst werden muss. Die Homöopathie bietet gute Ansätze, Ihr Tier zu unterstützen.

Veröffentlicht von Dr. Ada von Kriegsheim

Doktor der Tiermedizin mit der Zusatzbezeichung Homöopathie.

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